Unsere „Vojta-Turnen“
Unsere Geschichte begann, und mit ihr die wunderbarsten Tage des Lebens, mit der Geburt unseres Sohnes Pavlíček – eigentlich schon acht Monate zuvor. Ja, acht Monate. Pavlíček wurde kurz vor Beginn des neunten Schwangerschaftsmonats geboren und galt daher als Frühchen. Und obwohl ich mir während der Schwangerschaft keinerlei Risiken durch eine Frühgeburt eingestehen wollte, begann ich nach der Geburt alles genau zu untersuchen, da ich mir Vorwürfe wegen der vorzeitigen Geburt machte.
Einmal erwähnte eine Kollegin den Besuch bei einem Physiotherapeuten, der alle Reflexe ihres Sohnes perfekt untersucht hatte. Wir waren uns einig, dass keine von uns geahnt hätte, was alles untersucht wird und zu welchen Schlussfolgerungen das führen kann.
Dieser Gedanke ließ mich nicht mehr los, und so beschloss ich, Mgr. Krucký zu kontaktieren und ihn um eine Untersuchung unseres Sohnes zu bitten.
Der erste Besuch beim Physiotherapeuten fand noch vor Ende des Wochenbetts statt. Naiv, wirklich sehr naiv, hoffte ich, dass Pavlíček trotz seiner frühen Geburt relativ zufriedenstellend abschneiden würde… Auf dem Hinweg war ich fröhlich, den Rückweg habe ich komplett durchgeweint.
Pavlíček schnitt überhaupt nicht so ab, wie wir es uns vorgestellt hatten. Dass er zu Hause bereits in einer Position lag, die man laienhaft als „Hörnchen“ bezeichnen könnte, hatten wir oft bemerkt, ebenso, dass er den Kopf nicht richtig hob. Aber den Rest? Nein, das hatten wir als Laieneltern, obwohl wir viel lasen, wirklich nicht bemerkt.
Und die tröstenden Worte aus dem Umfeld, dass dies jedes zweite Kind habe und man das früher nicht so eng gesehen habe, trösteten uns keineswegs. Im Gegenteil, wir dachten uns: Wenn man es früher nicht gelöst hat, schauen wir uns doch mal die Leute an, die glauben, alles sei in Ordnung. Der eine hat oft Rückenschmerzen, die andere klagt über die Beine – plötzlich sahen wir unzählige solcher Fälle.
Deshalb beschlossen wir, unbedingt auf den Rat des Physiotherapeuten zu hören und die Behandlung zu beginnen. Vor allem für Pavlíček, denn wir wollten nicht, dass er Schmerzen hat oder sich falsch entwickelt, wenn es einen Weg gibt, dies zu beeinflussen.
Ärzte schlugen vor, dem Sohn Zeit bis zum dritten Monat zu geben. Aber was sollte man dann sehen? Dass wir anderthalb Monate verloren hatten? Jetzt gibt es die Vojta-Methode, und wir probieren sie aus. In der Familie haben wir Fälle von Zerebralparese, und obwohl es nur entfernte Verwandte sind, hatten wir Angst.
Zuerst turnten wir eine Übung 6-8 Mal am Tag, wirklich vor jedem Stillen. Allmählich bemerkten wir Momente, in denen Pavlíček wirklich gerade lag. War das der erste Erfolg?
Zwei Tage nach Beginn der Behandlung belohnte uns Pavlíček – er begann von selbst zu lachen, und zwar laut!
Nach einer Woche folgte der nächste Besuch, da bekam Pavlíček bereits zwei Übungen. Es war immer noch nötig, sehr oft zu turnen. Ich muss hinzufügen, dass Pavlíček die Übungen gar nicht gut vertrug; er fing sofort an zu weinen, es gefiel ihm überhaupt nicht. Viele Übungseinheiten habe ich mit ihm zusammen durchgeweint. Oft dachte ich: Warum wir? Wie belohnte uns Pavlíček weiter? Nach zwei Wochen fing er an zu strahlen, wenn ich ihn anlächelte. Ich war überglücklich!
Pavlíček machte Fortschritt um Fortschritt, begann sich rechtzeitig auf die Seite zu drehen und machte es richtig. Bald entdeckte er auch seine Händchen.
Bei der dritten Kontrolle bekamen wir die nächste Übung und wichtige Informationen. Ich fragte, wie es um Pavlíček steht. Wird er behindert sein? Der Physiotherapeut Mgr. Krucký sagte einen entscheidenden Satz: „Ich habe viele Kinder gesehen, und auch wenn ich es noch nicht sagen sollte, wage ich aus meiner Erfahrung zu behaupten, dass Pavlíček nicht geistig behindert sein wird, er fixiert perfekt mit den Augen.“ Beim nächsten Besuch wurde ich weiter ermutigt – Pavlíček sollte keine Zerebralparese haben!
Wir wurden aber auch oft „zurechtgewiesen“, wenn Pavlíček nicht das tat, was er sollte. Das Problem lag vor allem in der Asymmetrie – eine Körperhälfte entwickelte sich stärker als die andere. Das Rezept lautete: turnen, turnen, turnen.
Obwohl Pavlíček anfing, sich auf den Bauch zu drehen und seine Füße entdeckte, blieb die Asymmetrie bestehen. Es war hart zu sehen, wie sehr er das Turnen ablehnte. Nur die erste Übung fing an, ihm Spaß zu machen, da schauten wir uns an, ich sang, Pavlíček war begeistert. Aber bei der zweiten und dritten Übung verflog die Begeisterung sofort.
Mit sieben Monaten begann Pavlíček zu robben, wurde allmählich schneller und begann die Welt zu erkunden. Endlich konnte er dorthin, wo er hinwollte. Es war wunderbar!
Es dauerte jedoch sehr lange, bis Pavlíček auf die Knie kam, um zu krabbeln. In der Zwischenzeit fing er an, sich im Bettchen aufzustellen und an Möbeln entlangzugehen, aber er krabbelte noch nicht. Immer noch gab es einen „Fehler in der Einstellung“, deshalb machten wir weiter mit Vojta. Inzwischen hatten wir vier Übungen und Pavlíček hatte enorme Kraft und leistete Widerstand. Aber er wollte einfach nicht krabbeln.
Die Übungen wurden ständig an die Bedürfnisse seines Körpers angepasst. Einmal waren wir in einer Phase, in der wir immer zu zweit sein mussten, um ihn zu halten. Die Großeltern verließen immer den Raum, weil sie nicht mit ansehen konnten, wie wir den Kleinen „quälten“.
Doch dann kam endlich der Tag, an dem Pavlíček auf allen Vieren war und munter loskrabbelte. Ich dachte, wir könnten aufhören. Aber wir hörten nicht auf. Es gab immer noch ein Problem mit einem Beinchen. Aber es war keine Pathologie mehr! Nur ein kleineres Problem, das durch das Turnen korrigiert werden konnte.
Wir konnten uns schon gar nicht mehr vorstellen, einmal nicht zu turnen. Wir hatten unseren ganzen Tagesablauf darauf abgestimmt. Pavlíček schrie nicht mehr, er „schimpfte“ jetzt eher, wenn ich ihn in einer Position hielt, in der er nicht sein wollte.
Endlich kam der Tag, an dem Pavlíček seine ersten eigenständigen Schritte machte, und sie waren überhaupt nicht verspätet. Pavlíček hatte alles aufgeholt, ja er überholte sogar seine Altersgenossen. In der Feinmotorik und im Denken war er bald weit voraus.
Pavlíček war geschickt und psychisch sehr stabil. Es war so schön zu hören, wie sehr er gelobt wurde. Jetzt ging ich immer glücklich und lächelnd vom Physiotherapeuten weg.
Es kam der Tag, an dem wir die Praxis zum letzten Mal besuchten. Es war fast genau ein Jahr nach Beginn unserer Reise mit Vojta. Pavlíček lief auf seinen eigenen zwei Beinen in die Praxis. Wir, die anfangs so viel Angst hatten und so viele Stunden geweint hatten, beendeten die Therapie mit einem perfekten Ergebnis: perfekte Körperhaltung ohne den kleinsten Fehler und großartige Feinmotorik.
Heute überlege ich, wie ich Pavlíček weiter fördern kann, damit wir ihn nicht bremsen, wo er doch so toll gestartet ist. Es hat sich gelohnt. Ich wünsche allen, die dasselbe durchmachen, viel Kraft und Geduld!